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Buchpräsentation

Es ist soweit. Das erste Buch. Und heute abend im Vereinsheim in der Occamstr.8 in München lesen die wunderbaren Autoren Michael Sailer, Jaromir Konecny, Moses Wolff, Hannes Ringlstetter, Michael Schwarzmaier und die bezaubernde Sarah Hakenberg aus dem Werke. Ich erröte schon im Vorfeld.

Weitere Berichte folgen, sowie ausführliche Informationen.

Einstweilen viel Vergnügen bei der Lektüre,

wünscht

Sven

Relevanz ohne Verfolgung?

Werter Websitebesucher,

In der Süddeutschen Zeitung, einem meiner liebsten Blätter aus dem selbigen Wald, erschien am Montag den 08. ein Artikel zum Thema “Politisches Kabarett” der derart interessante Thesen enthielt, daß ich mich zum Handeln in Form eines Leserbriefes hinreissen liess. Den Artikel sowie die Antwort möchte ich natürlich nicht vorenthalten:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/126/505327/text/

“Dumm zu sein bedarf es wenig” vom 08.03.2010

Der Leserbrief:

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

als beruflich Betroffener (Kabarettist) begrüße ich die Aussage “Mal, ehrlich, das Kabarett war nie wirklich gut” natürlich nicht, und so zöge ich mich gerne mit einem beleidigten “Mal ehrlich, es wird schon viel Käse geschrieben” in meinen Nonkonformisten-Elfenbeinturm zurück.

Aber die Begründung für dieses Geschmacksurteil ist derart absurd, daß ich gerne dazu Stellung nehmen möchte. Das Maß für gelungenes Kabarett wird hier (wie in anderer Form bereits im Artikel “”Ertrage die Clowns! Aber wie?” vom 03.11.2007) mit der Gefahr der möglichen Sanktionen gegen den Künstler gleichgesetzt. Je gefährlicher, desto gelungener. Und nachdem auch in diesem Artikel u.a. die Nazis herangezogen werden, ist mit Sanktion hier auch das Ableben des Künstlers inbegriffen. Nun liegt die Vermutung nahe, da ist jemand solange an der geistigen Playstation gesessen, daß er Kunstblut nicht mehr von echtem unterscheiden kann. Aber was immer der Grund, es ist ein Ärgernis, und das in zweifacher Hinsicht.

Zum einen:

Ebensowenig wie ich Ärztekritik lesen will von jemandem der einfach alle Folgen der Schwarzwaldklinik gesehen hat, möchte ich die General-Schelte einer Kunstform lesen, die – wenngleich ständig Kunstfehler begehend – ausschliesslich auf dem beruht, was hiervon im Fernsehen gesendet wird. Der Starkbieranstich und der Karneval sind ebenso keine Werkschauen des politischen Kabaretts.

Über die Qualität des gesendeten Kabaretts kann man gerne, viel, und vor allem mit jedem Kabarettisten diskutieren. Es wird sicherlich auch viel Belangloses gezeigt. Aber die Geschmacksausrichtung von TV-Redaktionen den Kabarettisten vor die Füße zu karren, auf den Haufen zu zeigen und zu sagen “Ihr stinkt!” ist so, als würde man sich bei Bruno Ganz darüber beschweren, daß Deutschland nicht schon 1944 kapituliert hat.

Zum anderen:

In der Tat, mangels einer Diktatur – oder wenigstens einer Monarchie – ist das Kabarett nicht die “Weiße Rose” der Künste. Es gibt auch keinen Kabarettisten oder Comedian der das behauptet. Artikel wie dieser suggerieren aber, weil Kabarett u.a. dies nicht ist, wäre der Besuch einer Kabarettveranstaltung gesellschaftskritischer Inzest und tendenziell überflüssig.

Es gibt allerdings gerade “live” viel gutes und auch unterhaltsames Kabarett auf Bühnen zu sehen. Und Unterhaltung ist ein wichtiger Aspekt dieser Kunst. Im Gegensatz zu Applaus, Bildung und Börsenwerten wird jedoch Lachen nicht vorgetäuscht. Georg Schramm, Andreas Rebers, Martin Puntigam, Rainald Grebe, Claus von Wagner u.v.a. schaffen es, eben dieses Lachen mit Inhalten zu verbinden, die zumindest zum gesellschaftlichen Nachdenken anregen. Und das ist gewiss künstlerisch wertvoll und macht dabei auch noch Spaß, sogar ohne anschliessende Inhaftierung des Künstlers.

Denn die Gefahrenlage betreffend gilt: Umgekehrt würde auch ein Schuh daraus. In einer Zeit politisches Kabarett zu machen, in der tendenziell Desinteresse an Politik besteht, ist künstlerisch sicher schwerer, als in einer Gesellschaft, in der jede kritische Äusserung Wellen schlägt. Auch wenn für Leib und Leben ersteres zugegebenermassen leichter ist.

Deshalb möchte ich abschliessend ein Anliegen äussern: Wenn jemand Gefahr vermisst, möge er bitte Freeclimbing, Hai-Tauchen oder Lawinensurfen andenken, anstatt einem der wenigen Reservoirs durchdachter Gesellschaftskritik die Relevanz abzusprechen nur weil die Todesstrafe abgeschafft wurde!

Mit freundlichen Grüßen,

Sven Kemmler

Autor und Kabarettist

Offener Brief an meinen Verlag

Aus aktuellem Anlass hier der Abdruck eines offenen Briefes an meinen Verlag bezüglich meines im Mai erscheinenden Buches:

“Sehr geehrte Damen und Herren von Heyne, liebe Mitwirkende,

aus aktuellem Anlass und um unerfreuliche Konsequenzen frühzeitig auszuschliessen, möchte ich darauf hinweisen, daß ein Kapitel meines bei Ihnen im Frühjahr erscheinenden Buches “Und was wirst du, wenn ich groß bin” in Teilen einem Blog gleicht, und Formulierungen aus demselben eins zu eins übernommen wurden. Weitere Übereinstimmungen können nicht völlig ausgeschlossen werden. Was die urheberrechtlichen Konsequenzen betrifft sowie die Kennzeichnung der Passagen dürfte der Vorgang jedoch glücklicherweise keine größeren Schwierigkeiten bereiten, da es sich bei dem Blogger ebenfalls um mich handelt.

Sollte dieser Vorgang aber an die Öffentlichkeit dringen, möchte ich vorsorglich darauf hinweisen, daß es sich hierbei um ein legitimes Stilmittel der spätrömischen Spaßgesellschaft handelt. Hier von Plagiat zu sprechen hielte ich für unangemessen; man muß Geschichte auch mal ruhen lassen, schließlich ist der Präsident der USA auch kein Indianerhäuptling. Letztlich zählt doch bei einem Buch die Echtheit, irgendwie, und da muß das Künstlerego eben manchmal zugunsten finanzieller Vorteile zurückstecken.

Auch mir ist mein Buch echt wichtig, und ich sorge mich um meinen Ruf. Da in diesem Fall aber Buchautor und Blogger ein und dieselbe Person sind, bitte ich Sie deshalb darum, bei Nachfragen bezüglich der Genealogie des Werkes den Ausdruck  “Intratextualität” zu gebrauchen.

Im Gegenzug werde ich auf die Nominierung für den Leipziger Buchpreis sowie den Nobelpreis für Literatur verzichten, also i.e. die Buchpreisbindung meinerseits aufheben.

Als Hegemon (ich bevorzuge hier bewusst “mon” dem mißverständlichen Suffix “mann”, um patriarchalische Assoziationen zu vermeiden) der Urheberrechte stehe ich bei Bedarf gerne für Abfindungsverhandlungen die Blogpassagen und deren Kenntlichmachung betreffend zur Verfügung.

Da ich mir nicht sicher bin, ob diese Information eher die Marketing- oder die Rechtsabteilung betrifft, möchte ich Sie bitten diese Mail entsprechend weiterzuleiten.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,

mit herzlichen Grüßen,

Sven Kemmler”

Schwarzwald, Freiburg, Schwaben …

ist ein hervorragendes Pflaster. Erste Erfahrungen mit der Kulturbörse lassen mich den eigenen Einsatzwillen überdenken, angesichts von Menschen die Jahre damit zubringen Dinge balancieren, schlucken oder verschwinden zu lassen. Und eine Moderation in St. Georgen im Schwarzwald (man spricht es “San Derg”) machen zum wiederholten Male Freude. Diese Freude setzt sich an einem tiefverschneiten Abend auf der Schwäbischen Alb fort. Perfekte Maultaschen (das Kalbsbries im Hirschen zu Freiburg sei hier ebenso frenetisch bejubelt), ein rundrum gelungener Abend mit freundlichen Zuhörern und eine schnuckelige Unterkunft , Ländle ich mag Dich!

Herbertingen im Jahre des Herrn 2010

Und erwähnt sei noch der – wie ich finde – beeindruckende Umsteige-Bahnhof Herbertingen, der mich an Sergio Leone erinnerte.

Also eine gelungene Reise!

Und wieder anstaltsreif

Es war wieder mal soweit. Dienst im Olymp des Fernsehkabaretts, “Neues aus der Anstalt” brauchte ein Nacktskannerdouble. Und da wollten ich und der geschätze Schriftstellerkollege Michael Sailer natürlich vermeiden, daß Engpässe entstehen, und so zwängten wir uns spontan in Ganzkörperanzüge aus dem Tanzbereich. Wir sahen ein wenig aus wie Woody Allen in “Was sie schon immer über Sex wissen wollten”, also wie ein lebendes Spermium. Aber was tut man nicht alles für die Kunst. Politik geht schließlich mit dem eigenen Körper los, das weiß jeder, der sich mit der Gesundheitsreform beschäftigt. Und da Michael und ich als Nicht-FDP-Mitglieder keine Ermässigung bei der Krankenversicherung geniessen, und auch nicht zur DKV wechseln wollten, versuchten wir das Geld an anderer Stelle mit unserem Körper zu verdienen.

Wir dachten es ist für einen guten Zweck, bis sie anfingen Obst an Stellen zu kleben, die eher privat sind. Aber was solls, Vitamine sollen ja gesund sein. Und im Nackstscanner sieht das Obst ganz natürlich aus, obwohl farblich bearbeitet. Hier der Beweis., warum man über Nacktscanner durchaus diskutieren kann. Wanderer kommst du nach Sparta, lass dein Obst zuhause.

Long time no write

Aber Besserung soll hiermit gelobt werden. Jetzt sind unter “endlich” auch endlich mal ein paar Videos zu sehen. Und dann ist ein Buch auf dem Weg zur Erscheinung, unter “Schriftstellerei” gibt es hierzu Neues.
Ab morgen geht es zur Künstlerbörse nach Freiburg, wo hoffentlich alle noch verbliebenen Unklarheiten beseitigt werden, was zu einem erfolgreichen, fröhlichen und mit vielen geteilten Jahr führen möge.

In diesem Sinne alles Liebe

Sven

Moi in der Anstalt

Neues aus der Anstalt

Einer der vielleicht begehrtesten Orte des deutschen Kabaretts, den kaum jemand jemals sah, ist der legendäre Fahrstuhl von Urban Priol in der Sendung “Neues aus der Anstalt”. Nachdem nun mehrfach Schindluder mit dem Lift getrieben wurde, hat man zur Sicherung desselben einen Wachmann bestellt: mich. Höchst geehrt über diesen Auftrag werde ich ihn heute (23.06.09, ab 22:15 h) pflichtbewußt erfüllen. Ich fühle mich wie Amundsen am Südpol!

Wer dem Ereignis fernsehend beiwohnen möchte sei hierzu herzlichst geladen.

Sven

Aus aktuellem Anlass

 

plakat_endlich_final_2aManchmal können aktuelle Ereignisse etwas in einem Licht erscheinen lassen, das ganz und garnicht im Sinne des Erfinders ist. Filme über einstürzende Hochhäuser am Tag nach dem 11. September zu senden ist schwierig. Ebenso unpassend erscheint das Plakat meines Kabarettprogrammes “endlich” am Tag nach dem Amoklauf in Winnenden.

Nun bin ich weder in einem Schützenverein, noch ist die auf dem Motiv dargestellte Waffe echt. Auch der Inhalt des Kabarettstückes dient nicht der Verherrlichung von Gewalt. Aber die provokative Ästhetik bedarf an Tagen wie diesen einiger Worte, um Missverständnissen vorzubeugen. Zumal die angekündigte Spielserie des Programmes im “Café Ringelnatz” gerade als Aktion der Lach und Schiessgesellschaft speziell für Studenten und Schüler beworben wird und wurde, als leistbares Kabarett (aufgrund des ermässigten Eintritts von 5,- Euro).

Das Plakat betreffend: es greift das Thema des Stückes – Endlichkeit – auf und soll sowohl die Bedrohlichkeit als auch die medial verfälschte Bedeutung von Tod und Vergänglichkeit illustrieren, und dabei auf inhaltliche Kompromisslosigkeit und eine gewisse “Schwarzhumorigkeit” hinweisen. Es zitiert die gerade im Film zunehmend gebräuchliche visuelle Ästethik im Stile von Tarantino, Matrix etc., und will auch die dort vorhandene Selbstironie  aufgreifen. Zumal es sich ja um ein Kabarettprogramm handelt, eine eingeschränkt ernste Betrachtung also naheliegt.

Grundsätzlich zum Thema gesprochen. Im Anschluss an Amokläufe wird meist das Verbot von Videospielen (ersthaft) und Waffen (vermutlich bei Stoibers Gebirgsschützen eingeschränkt ernsthaft) und die Einführung schärferer Kontrollen an Schulen (ebenfalls ernsthaft) diskutiert, wobei alle unmittelbar beteiligten Organe, wie z.B. die Polizei, das vollständige Verhindern von Amokläufen für grundsätzlich aussichtslos halten.

Abseits der Tatsache, daß Deutschland einer der Topseller von Handfeuerwaffen weltweit ist, und anderortens Kindersoldaten damit bewaffnet werden: Was Waffenbesitz hierzulande betrifft, so bin ich der Überzeugung, daß bei aller nichtvorhandenen Liebe zum Schützensport niemand eine scharfe Handfeuerwaffe im Hause haben muß, haben soll oder haben dürfte.

Trotzdem ist die von Waffen hervorgerufen Faszination der scheinbar und auch reell durch sie zu erlangenden Macht so alt wie Waffen selbst, und wird von jedem zweiten Fernsehkrimi, Kinofilm und Buch genauso gefördert wie von Videospielen. Beinahe jeder ist als Cowboy oder Indianer mit Colt oder Gewehr bewaffnet durch den Kindergarten gezogen ohne später Amokläufer zu werden.

Tatsächlich gibt es meiner Ansicht nach nur eine Möglichkeit, Ereignissen wie Amokläufen vorzubeugen. Und das ist wohl die Schwierigste von Allen. Schwerer als Videospiele verbieten, mühsamer als Metalldetektoren und  komplizierter als Waffengesetze ändern. Es ist, vereinfacht gesagt, das Bemühen die Unbeliebten, die Stillen, die Pickligen, die Unlustigen, die Verschlossenen und die “Uncoolen” anzusprechen, mit einzubinden und vor allem: wahrzunehmen. Das dies geschieht, damit ist allerdings nicht zu rechnen.

Doch wenn es tatsächlich mal geschähe, hätten wohl die Schützenvereine Mitgliederschwund und die Waffenhersteller Umsatzrückgänge. Aber irgendeiner zahlt wohl immer den Preis für Frieden.

 

                                                                                                                     Sven Kemmler

 

 

Der Killer im Keller – Sven Unplugged

plakat_endlich_final_2aDas neue Erfolgsprogramm von Sven Kemmler, die Neuentdeckung aus der Lach und Schießgesellschaft geht in den Untergrund. 18 Mal spielt er sein Kabarettsolo “endlich” im Februar, März und April im Keller des Café Ringlnatz in der Haimhauserstr. 8 in Schwabing. (siehe “Termine”)

 

Bei keiner Bühne ist man näher am und im Geschehen, denn Kemmler improvisiert mit den Reaktionen und macht das Publikum zum konspirativer Mittäter. Ein Vortrag über Glück, eine Berufssschule für Auftragskiller und das Geheimnis der Sushiherstellung sind die Komponenten eines ungewöhnlichen Abends.

 

Ein Kabarett wie das Messer des japanischen Kochs, den Kemmler aus deutschen Kinderbüchern fernöstliche Weisheit zaubern lässt: eine feine Klinge die scharf schneidet, zeitlos und aktuell.

 

Im sich virtuos immer weiter steigernden Tumult ist doch immer klarer zu erkennen, dass Sven Kemmler den neurotischen Empathie-Eunuchen, den herzlosen Lebensbeender und den heldenmütigen Kasperle-Verklärer in ihrem verzweifelten Scheitern klug auf ein großes Ziel hin steuert: Alle drei hauen bei ihren Versuchen, das Glück in Worten und Bildern fest zu nageln so oft von allen Seiten virtuos daneben, dass inmitten des zertrampelten Terrains schließlich eine Silhouette des Glücks stehen bleibt, die jeder Betrachter mit seinen ganz eigenen Vorstellungen füllen kann.”

Georg Eggers alias “Grög”

 

” Die Rede ist vom Kabarettisten Sven Kemmler, der in absehbarer Zeit zu den ganz Großen der Szene zählen wird … schauspielerisch genial … mit klugen Aphorismen, hochkarätigen Pointen”

TZ, München

 

“Sven Kemmler hat einen beglückend intelligenten Text geschrieben. “

AZ, München

 

 

Regie: Eva-Katrin Hermann

 

St. Valentin

 

Happy Valentine

Happy Valentine

 

Keine Münchner Tradition zu Ehren eines großen Komikers, nein, heute vor langer Zeit wurde ein gewisser Valentin geköpft, weil er heimlich entgegen des römischen Kaisers Anweisung junge Paare verheiratete.

Bevor er hingerichtet wurde soll er ausserdem der Frau, die er liebte, einen Zettel zukommen lassen haben (hmm, Satzbau!), auf dem stand: “von deinem Valentin”. Das ist kurz, prägnant, und es sei angemerkt, das waren noch Katholiken! Oldschool eben.

 

 

Jedenfalls sind Hinrichtungen und Zettelpost eindeutig ein Grund, den Tag der Liebe zu widmen. Und auch ich möchte denen Blumen entbieten, die ich liebe und verehre. In diesem Sinne Euch und mir: Toi, Toi, Toi.